Kurz vor Weihnachten schaute ich in die Mündung einer Pistole; vermutlich eine Walther PP 7.65 mm vom Aussehen her zu urteilen. Der vermummte Mann war über den Fahrstuhl der hiesigen Aldi-Tiefgarage gekommen und zielgerichtet auf die Kasse direkt beim Eingang zugegangen. Kurz zuvor hatte ich Glasspargel für 1.29 Teuros aus einem Regal entnommen, um diesen nun an eben besagter Kasse zu bezahlen.

Kennt Ihr Spargelsuppe? Ich meine die aus der Tüte, die man mit Wasser aufkocht, um sie anschließend mit Spargel aus dem Glas noch zu verfeinern? Keinem kam es verwunderlich vor als sich der mit einem schwarzen Motorradhelm bekleidete Mann der Kassiererin auffällig näherte; das schwarze Visier herunter geklappt.

Mit mir stand nun ein Türke an der Kasse, der wie ich meinen Spargel sein Netz Zitronen vom Obsttisch bezahlen wollte. Jubel, Trubel, Heiterkeit – bald ist Scheiß-Weihnachten. Ich mag Weihnachten nicht; alles Kommerz, alles Konsum. Geiz ist geil, denn wir lieben Technik und hassen teuer – so suggeriert es einem die Werbung jeden Tag. Ich besitze alles was ich möchte, habe derzeit keinerlei offene Wünsche; habe alles was ich brauche. Dennoch bin ich manchmal unglücklich auch wenn ich sonst zufrieden bin.

Während ich an der Kasse stand und darüber nachdachte, was mich denn noch glücklicher und zufriedener machen könnte („Was sollst Du Dir wünschen, wenn Du schon fast alles hast?!“), zog der mit dem schwarzen Helm bekleidete Mann seine Pistole, die er nun der Kas-siererin an ihres Schädels Schläfe hielt:

„Kasse, Geld!“

Das waren auch schon die einzigen Worte, die er sprach. Hübsch weiß-grün gefleckte Army-Jacke, die er trug. Penner. Filmriss: Egoistisch wie man ist, denkt man nur an sich. Keine Zeit für Heldentaten. Ich dachte an mich und meine knapp 130 Teuros, die sich in meinem Portemonnaie befanden. Das ist drei Mal Ficken plus die dafür erforderlichen Spritkosten. Nein, mein Geld kriegst Du nicht! Ich bewegte mich leger von der Kasse weg; Eigensicherung stand höher im Kurs als Fremdsicherung. Ich ging in Richtung Tiefkühltruhen und warnte andere, sie sollten sich von der Kasse fern halten wo ja gerade ein Raub stattfindet. Die Kassiererin war mir egal. Scheiß egal. Soll er sie doch weg pusten, wenn nicht genug in der Kasse ist oder einfach nur gehen. Egoismus meets Narzissmuss.

Als ich an die Kasse zurückkehrte, ist schon alles vorbei; der Raub hatte keine Minute gedauert. Wie ihr mit vorgehaltener Pistole befohlen, hatte sie die Alditüte des Räubers gefüllt. Die Kassiererin war aufgewühlt; vollkommen daneben; sie heulte. Ich spürte nichts. Noch nicht. Das kam erst später. Wir warteten auf das Eintreffen der Polizei, die sich wie immer viel Zeit ließ. Sie kam nicht – und das obwohl sich keine 100 Meter entfernt eine Polizeiwache befindet. Was ist das nur für eine Polizei, die nicht kommt, wenn es brennt? Ein schlech-ter Witz! Eigensicherung vor Fremdsicherung. Als Zeugen hinterließen wir unsere Adressen pp. Soll sich die Polizei bei uns doch melden und nachfragen, wenn sie denn mal überhaupt arbeitet.

Vollkommen aufgedreht fuhr ich zu meinem Bruder; es brannte Licht also war er in seinem Haus. Ich klingelte. Nichts. Gar nichts. Ich ging in Richtung Terrasse; auch dort waren die Jalousien herab gelassen, durch die das Licht „vorweihnachtlich“ schimmerte. Dann klingelte mein Handy; als ich den Namen meines Bruders auf dem Display lesen, kommt mir unweiger-lich der Song „Brothers in Arms“ von den Dire Straits in den Sinn. Das Handy an meinem Ohr höre ich:

„Was willst Du?! Ich bin beschäftigt! Weißt Du nicht, dass Samstag ist und was ich samstags immer mache?!“

„Ich schaute gerade in die Mündung einer Knarre beim Aldi! Da war ein Raub als ich gerade mit dem Spargel an der Kasse stand…“

„Schön! Ich hab gerade eine Nutte wie jeden Samstag als Hausbesuch hier. Wir sind gerade am Vögeln. Du weißt wie sehr ich es hasse, bei meinem Dreier gestört zu werden!“

„Da war gerade ein Raub und ich…“

„Ja ja; komm in zwei Stunden zu uns ins Casa Blanca, da können wir dann reden. Ich muss jetzt weiter ficken. Ciao!“

Das Gespräch war mit seinem Auflegen beendet. Ich fuhr eine Weile auf Straßen und Autobahnen bis ich nach Bonn gelangte und es lief wie der Teufel so will gerade Dire Straits im Radio. Warum auch immer?! Ich stellte mir vor was wäre, wenn der Raub anders verlaufen wäre. Der Türke mit mir an der Kasse hatte lauthals erwogen, dass es ja kein Problem gewesen wäre, dem Räuber eins mit einer Glasflasche zu verpassen, wenn die Flasche wie auch sonst gewohnt an der Kasse gestanden hätten. Das Szenario spielte sich jetzt in meinem Kopf ab:

„Kasse, Geld!“

Als der Türke den Räuber mittels einer der an der Kasse stehenden Glasflaschen verfehlt, fallen zwei Schüsse in meine Richtung und strecken den Flaschenwerfer nieder; eine Kugel in den Kopf, die Zweite direkt ins Herz. Die Kassiererin schreit; sie heult und das laut. Die Situation läuft aus dem Ruder. Während ich immer noch an der Kasse stehe und links zu meinen Füßen blicke, wo die Leiche des Türken in seiner rot blutenden Flut liegt, die sich über den Boden des Kassenbereichs unaufhaltsam verbreitet. Noch immer schreit die Kassiererin und ich steh einfach da, sehe mir das Schauspiel an als mir die Ohren der Kassiererin um den Kopf fliegen. Wieder macht es Peng Peng. Neben den Ohren fliegt auch reichlich Hirnmasse in meine Richtung. Ich denke an Gehacktes als mich eine der zwei Kugeln als glatter Durch-schuss im rechten Oberarm trifft und ich seitlich nach hinten über die Leiche des Türken stolpernd falle. Der Räuber bedient sich selber aus der Kasse und rutscht beim Fluchtversuch in der Blutlache der Kassiererin aus, fällt unglücklich nach hinten und bricht sich beim Aufschlagen auf den Absatz des Kassenbereichen das Genick.

„Si vis pacem, para bellum!“

Wenn Du Frieden willst, bereite Dich auf den Krieg vor! So der Werbeslogan von Walther PP. Schnitt. So wie es auch hätte verlaufen können. Keine Zeit für falsche Heldentaten. Ei-gensicherung vor Fremdsicherung. Mein Gedanken ans Vögeln verdrängen just Erlebtes. Ich will ficken; gut und lange ficken! Ich rede mit einigen Mädels über just Erlebtes: Myriam, Kim, Berliner Janine, Nicole, Lisa und wie sie alle heißen. Wenig später fühle ich mich schon besser. Das Handy klingelt:

„Wir sind jetzt im Casa Blanca. Komm doch einfach vorbei; es gibt für Dich wie immer freies Essen und Trinken…“

„Danke Bruderherz, aber ich bin gerade sehr gut versorgt. Wir telefonieren. Tschüss!“

Ich denke mir, dass Du eiskalt sein musst, wenn Du im Leben weiter kommen möchtest. Warum sollte ich anders sein als mein Bruder?! Das schließt natürlich einige Nettigkeiten hier und dort nicht gänzlich aus als sich die Berliner Janine telefonisch bei mir meldet:

„Hey Du Tom, isch hab hier nen riesen Problem; der Scheiß-Freier hat überzogen und will mir zudem nicht den Rest zahlen! Komm mal eben vorbei!“

Wenig später stehe ich bei Janine, die mit dem Freier um die 20 Teuros diskutiert. Immer eine schlechte Wahl, wenn man sich bei Fremden für 20 Teuros vorher und 20 Teuros nachher einlässt. Der Freier argumentiert, dass er die ausstehenden 20 Teuros nicht zahlen wolle, da er nicht „gekommen“ sei. Ich mache ihm klar, dass Janine ein klasse Mädel mit sehr guten Service ist wie man ihn nur selten findet. Dass er nicht gekommen sei, sei sein Problem; nicht aber das Problem von Janine. Als er immer noch nicht zahlen will, schlage ich vor, die Polizei zu rufen. Auf einmal kann er dann doch zahlen. Nach Erhalt des Geldes knallt Janine die Türe seines weißen Uralt-Mazdas zu. Janine kommt zu mir in den Wagen und bedankt sich. Ich frage sie wie es läuft und erfahre, dass auch Kim gerade da ist. Ich erzähle ihr die Sache mit den Raub beim Aldi. Wir sitzen da und reden. Dann verabschieden wir uns bis später vonein-ander:

„Danke Tom!“

„Kein Problem! Wenn was ist, ruf einfach an. Bis nachher!“

Mich über so viel Altruismus wundernd steuere ich ein mir unbekanntes Mädel an der Gerhard Domagk an, die gegenüber des sich dort befindlichen Zaunes steht. Sie trägt eine weiße Jacke, weiße Handtasche, enge körperbetonte Blue Jeans nebst sportlichen Sneakers an den Füßen. Ich halte, um ihre Preise zu erfragen als mir ihre langen goldig-blonden Haare durch das Beifahrerfenster entgegen wehen. Gleich einem Engel strahlt sie mich an, reich mir die Hand und stellt sich als Jenny (21) aus Düsseldorf vor.

„Hmmm. Jenny, das ist ein schöner Name – auch wenn hier viele Jenny heißen“

„Echt, dann sollte ich einen neuen Namen beantragen?“

„Nein, Jenny ist schon gold-richtig!“

Wir fahren in den Dschungel; ganz gemütlich und ohne Zeitdruck, reden über dies und das. Angekommen fragt Jenny, was ich denn machen wollte, koste „es“ doch 30-30-40 (FM/GV/beides)?

„Ich ficke super gerne. Du auch?!“

„Ja klar. Nicht zu vögeln ist einfach undenkbar…“

Bei diesen Worten muss ich fett und breit grinsen – zumal mich Jenny wiederum engelsgleich anlächelt. Wir sitzen im Fond auf der Rücksitzbank und haben es uns mit Kissen und Decken gemütlich gemacht. Jenny enthüllt sich um präsentiert mir einen athletisch schlanken Body von 170 cm Größe mit schönen B-Cups, an denen ich mich gleich spielerisch versuche bis ihre Nippel hart werden. Ihre rasierte Musche berührend haut sie mir auf die Finger und macht mich drauf aufmerksam, dass wir erstmal einige Feuchttücher benutzen mögen – der Hygiene zum good will. So lasse ich mich erst von ihren Reinigungskünsten verwöhnen auch wenn ich vorher geduscht habe. Egal. So wie sie es macht mit voller Liebe genieße ich diesen Akt der Reinlichkeit und unterstütze Selbiges an ihr. Mit Fingerspitzengefühl widmet sie sich dem Kleinen, der bald vor lauter Aufregung aufrecht in ihrer Richtung steht. Sie sagt mir, dass man Flutschi-Flutschi benutzen müsse und tränkt meinen mittlerweile in Plastik eingesargten Schwanz mit entsprechender Gleitcreme. So müssen sich in Mayo ersaufende Pommer fühlen. Ich sage Jenny, dass ich auf Flutschi-Flutschi nicht stehe, weil es die Gum-mis kaputt macht, man(n) weniger spüre, weil einfach kein Kontakt zu ihrem Möschen mehr vorhanden sei und es natürlich tausend Mal länger dauert als wenn man ganz ohne Gleitgel vögelt. Diese Kritik in ihren Ohren fangen wir wunderbar an zu vögeln. Jenny beweckt ihr Becken sehr aktiv-wild dem meinigen entgegen, um sich wenig in devoter Art und Weise von mir bevögeln zu lassen. Während sie meine Brust streichelt, streichle ich ihre Möpse, deren Knospen hübsch hart sind. So vergeht die Zeit und wir vögelnd einander weiter und weiter. Zum grande finale spendiere ich ihr reichlich Saft. Und wiederum werde ich sehr angenehm von ihr gecleant, wir halten small talk und verabschieden uns später voneinander.

Als ich später nochweitere Runden ziehe, sehe ich ein weißes VW-Beetle Cabrio mit schwar-zem Verdeck, Dotz-Felgen und Dortmunder Kennzeichen. Ich frage mich, ob sie das Mädel ist, dass ich eine Woche zuvor in der Unterführung bei den Chemischen in eben jenem VW-Beetle auf Freier wartend sitzen gesehen habe? Von einem Kollegen erfahre ich, dass jene Mädel wohl Eva heißen mag, auch wenn sie Jenny sehr ähnlich sieht. Ich weiß es nicht, bin mir unsicher und so denke ich mir:

„Come in (her) and find out…”